Die moderne Erziehung

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Warum sprechen wir heutzutage über Krippen und Kindergarten? Warum braucht unsere Gesellschaft eine institutionelle Form für die Kinder?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns auf eine historische Reise begeben. In der Steinzeit hatten Frauen den Job Früchte, Beeren und Nüsse zu sammeln und das Feuer zu überwachen. Sie waren meistens in einer Gruppe zusammen und passten gegenseitig auf ihre Kinder auf. Im Mittelalter lebten die meisten Familien mit den Dienern unter einem Dach (5-12 Menschen). Da hat man die Kinder oft diesen oder älteren Familienmitgliedern überlassen. In dieser Zeit kamen bei den Reicheren die Ammen ins Spiel, die eine Form von frühen Vorgängerinnen der heutigen Erzieherinnen und Erzieher waren. Ein paar hunderte Jahre später tauchten die Kindermädchen auf, die schon viel stärker in der Erziehung tätig waren als die Amme.

Die ersten offiziellen Institutionen wurden im 18-19. Jahrhundert als Kleinkinderschulen, Kleinkinderbewahranstalten oder Kindergärten bezeichnet. Diese Institutionalisierung war gleichzeitig eng mit der Frauenbildung und der Sozialarbeit verbunden.

In den frühen 1920-er Jahren gab es wie in allen Wissenschaften und Künsten einen grossen Boom. Maria Montessori gründete die Montessori- Pädagogik («Hilf mir, es selbst zu tun»), Rudolf Steiner die Waldorf-Pädagogik (ganzheitliche Erziehung), Emi Pickler die Pickler-Pädagogik («Lass mir Zeit») …usw.

Unsere heutige Gesellschaft basiert auf der Globalisierung und ist leistungsorientiert. Frauen, Mütter können es sich meistens finanziell nicht mehr leisten, zu Hause zu bleiben. Sie gehen arbeiten, leiten Firmen und studieren nebenbei. Die Familien von heute sind mehr als bisher auf Krippen und Kindergarten angewiesen. Die Eltern arbeiten länger und haben weniger Zeit für ihre Kinder, und so werden die Erziehungsaufgaben oft der Krippe übergeben. Somit entwickelte sich diese für die Kinder zu einem zweiten Zuhause und für die Familien zu einem wichtigen Partner in der Erziehung.