Ich als Doula

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Als Doula bin ich den Müttern, Neugeborenen und Kindern sehr nah. Ich sehe oft, dass unsere eigenen individuellen Geburtsgeschichten die Geburten sehr stark beeinflussen. Wie und wo wir geboren sind beeinflusst, wie wir unser Leben leben. Dies klingt wahrscheinlich zuerst komisch, aber meiner Erfahrung nach ist es so.

Ich hatte eine junge Mutter, die sehr lange in Wehen, weil sie sich nicht für die Geburt entscheiden konnte. Sie war schon mittendrin, kämpfte aber immer noch innerlich mit sich, ob das jetzt die richtige Entscheidung ist oder nicht. In einer Situation wie dieser ist es lebenswichtig, dass jemand wie zum Beispiel eine Doula die Person abholt und ihr hilft, aus dieser Situation herauszukommen. Wenn das nicht passiert sind beide die Leben von beiden, Mutter und Kind, gefährdet.

Was macht eigentlich eine Doula?

Die Doula ist eine Frau/Mann, die vor und nach der Geburt psychologische Unterstützer/in ist. Sie ist keine Ärztin und hat keine Kompetenzen zu physischen Eingriffen. Sie versteht sich als Schwangerschafts-, Geburts- und Wochenbettbegleiterin. Sie kümmert sich um die Frau, entlastet den Partner und hilft ihm, mit der Situation zurechtzukommen. In manchen Ländern muss eine Doula selbst ein Kind geboren haben, in andern,  offeneren Ländern, die in der Mehrzahl sind, ist dies keine Voraussetzung. In diesen sind in diesem Beruf auch Männer willkommen.

Das Wichtige ist die Funktion und Qualität, als Begleiterin und nicht als Mutter da sein, die einer andern Mutter hilft. Wenn man genug psychologisches Fachwissen und Erfahrung in der Begleitung hat, kann man oft besser begleiten als eine Doula, die 5 Kinder geboren hat aber nicht richtig begleiten kann, weil sie von ihren eigenen Geschichten geprägt ist. Um als Doula arbeiten zu können muss man eine Ausbildung absolvieren,  die auf diese Arbeit vorbereitet. Oft reicht das aber nicht. Es wichtig, dass man sich immer wieder weiterbildet und an Fachaustäuschen teilnimmt. Auch Supervision oder Coaching braucht eine Doula, da es manchmal zu schweren Geburten oder zu Kindstod kommen kann. Dann braucht die Doula auch Unterstützung, um diese Erfahrung aufzuarbeiten.

In den USA sind Doulas besser akzeptiert und anerkannt als in Europa. Sie bekommt viel mehr Raum für die Unterstützung, und die Ärzte, Hebammen sind froh, wenn eine Doula im Team ist. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Geburten mit Doulas besser und einfacher ablaufen als solche ohne. In vielen Spitälern der USA sind Doulas schon offiziell angestellt und bieten ihre Dienste an. In der Schweiz und in Deutschland sieht man sie oft in Geburtshäusern und Hausgeburten, leider weniger in Spitälern.

Eine gute Doula hilft auch nach der Geburt und unterstützt die neugeborene Familie in den neuen Alltag. Die Doula hilft in den ersten 6 Wochen und gibt Tipps zum Stillen, Schlafen, Haushalt und Zeitmanagement. Sie unterstützt nicht nur Mutter und Kind, sondern auch den frischgebackenen Vater. Jede Familie mit einem neugeborenen Kind muss sich in seiner Rolle neu finden und das braucht Mut, Zeit und viel Geduld.

Eine richtig gute Doula ist eine multifunktionale Unterstützungs- und Begleitperson, die vor und nach der Schwangerschaft der ganzen Familie Beistand leistet.